Gardos hat mit Grenzau hohe sportliche Ziele

04.05.2010

Der gebürtige Ungar Robert Gardos, seit 1996 österreichischer Staatsbürger, wird in der kommenden Saison den Tischtennis-Bundesligisten TTC Zugbrücke Grenzau verstärken. "Ich freue mich darauf, in einem so erfolgreichen und renommierten Verein wie dem TTC spielen zu dürfen", sagte Gardos bei seiner Präsentation im Hotel Zugbrücke Grenzau.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Österreicher in der Grenzauer Zugbrückenhalle trainieren wird. "Als ich 15 Jahre alt war, habe ich bei Joola Landau in der Oberliga gespielt und hier in Grenzau unter anderem mit Milan Stencel trainiert", erinnert sich Gardos, der erstmals in seiner Karriere in der Bundesliga spielen wird. "Für mich die beste Liga der Welt nach China", sagt der 31-Jährige. "Das ist natürlich eine sehr große Herausforderung. Jeder sagt, es ist schwer, in der Bundesliga zu spielen. Mal schaun, ob das wahr ist." Gardos spielt seit Jahren international auf einem stabil sehr hohen Niveau und freut sich auf die fordernde Bundesliga.

Aktuell steht Gardos in Diensten des russischen Erstligisten UMMC Jekaterinburg. Mit diesem Team erreichte er das Viertelfinale der Champions League und steht aktuell in der heimischen Liga noch in den Play-offs. "Mitte Juni finden innerhalb einer Woche die Halbfinal- und die Finalspiele statt", sagt Gardos , der dann ein vorerst letztes Mal die lange Reise nach Russland antreten wird. "Ich wollte unbedingt wieder zentraler in Europa spielen", sagt der Österreicher, dessen Frau im vierten Monat schwanger ist. Beide besitzen ein Haus in der Nähe von Granada - hier spielte Gardos vier Spielzeiten, bevor er nach Russland wechselte. "Spanien war in den vergangenen Jahren unsere Heimat, doch jetzt freuen wir uns darauf, in Grenzau heimisch zu werden." Die Suche nach einem Haus im Westerwald hat bereits begonnen. "Ich könnte auch in Spanien mit Samsonov trainieren, aber das will ich nicht mehr. Dort wo ich spiele, da möchte ich auch trainieren und leben und nicht mehr diese Reisestrapazen haben. In Grenzau finde ich mit dem Trainings-Stützpunkt und der Tischtennisschule ideale Voraussetzungen vor."

In der aktuellen Weltrangliste steht Robert Gardos auf Platz 44, seine bisher beste Platzierung war Rang 28 im vergangenen Sommer. "Ich habe Ziele, für die ich sehr hart arbeite, und das ist unter anderem eine Platzierung in den Top 20 der Welt." Den dritten Platz bei der Europameisterschaft im Einzel 2008 bezeichnet er selbst als seinen bisher größten Erfolg. 2008 und 2009 wurde er zudem bei den Europameisterschaften Dritter mit der Mannschaft, bei Olympia 2008 in China verpasste das österreichische Team mit Rang vier nur knapp eine Medaille. Aktuell ist Gardos zudem österreichischer Staatsmeister im Einzel.

Doch warum startet der gebürtige Ungar überhaupt für Österreich? "Ich habe mich 1996 dazu entschieden, österreichischer Staatsbürger zu werden und den Verband zu wechseln", sagt Gardos. "In Ungarn sagte man mir schon früh, ich sei das größte Talent des Landes und würde eine besondere Förderung erhalten. Doch dann sollte ich bei den Europameisterschaften spielen, aber alle Kosten selbst tragen. Ich hatte nicht mehr das Vertrauen in den Trainerstab und den Verband, wollte professioneller arbeiten und trainieren" Im Jahr 1998 sagte er dem ungarischen Verband ab, wechselte nach Österreich und nahm dafür auch eine internationale Sperre von drei Jahren in Kauf. "Ohne harte Arbeit kann man keinen Erfolg haben - deshalb arbeite ich schon im Training gerne sehr hart und intensiv. Ich will nichts geschenkt bekommen. Ohne Arbeit glaube ich auch nicht an den Sieg oder an Erfolg."

Apropos Erfolg: Gardos setzt sich hohe Ziele mit dem TTC Zugbrücke Grenzau: "Wir sind eine hochmotivierte Mannschaft. Keine Superstars, aber wir sind alle sehr gute Spieler. Deshalb müssen wir uns auch hohe Ziele setzen. In der Champions League möchte ich unbedingt die Gruppenphase überstehen, in der Bundesliga wieder die Play-offs erreichen und dann nicht unbedingt direkt auf Düsseldorf treffen", sagt der Österreicher, der sich auch auf seine neuen Teamkollegen freut. "Wir kennen uns natürlich schon lange und haben uns immer sehr gut verstanden." Wenn es dem leidenschaftlichen Golfer zudem gelingt, im Westerwald sein Handicap von 27 zu verbessern, dann wird das eine richtig erfolgreiche Sportsaison für Robert Gardos.

 



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