Neue Ausstellung in der ZUGBRÜCKE - Jan Tormi

11.06.2013


1951 wurde Jan Tormi (bürgerlicher Name Elmar Stange) in Lennep  geboren, aufgewachsen in Bergneustadt. Sein ständiger Wohnsitz ist heute in Reichdorf, eine Stunde von seinem Geburtsort entfernt.

Seine künstlerische Tätigkeit begann 1969 in Hamburg autodidaktisch. Viele Arbeiten entstanden in Kohle auf Papier, Gouachen und Ölgemälde. Er orientierte sich an der „Informellen Bewegung“ und den Strömungen der Nachkriegszeit.

In den 70er Jahren bereiste er die Länder Europas und des fernen Ostens. Dies ist eine besondere Zeit der Auseinandersetzung mit historischen Gegebenheiten, deren Verarbeitung ihre Spuren zeigte. 1975 bis 1981 entstehen  keramische Arbeiten und Anfang der 80er Jahre wendet sich Jan Tormi intensiv der Radierung und anderen künstlerischen Druckverfahren zu. Seit Mitte der 80er arbeitet er in der Carborundum - Technik.

Unter dem Künstlernamen „Jan Tormi“ ist Elmar Stange, seit 1989, auf nationaler und internationaler Ebene erfolgreich im Bereich der künstlerischen Druckgraphik tätig.

Carborundum – Radierung.

Der Begriff Carborundum wird hergeleitet von dem synthetischen Hartstoff Siliziumkarbid, zusammengesetzt aus den Worten  Carbon (Kohlenstoff) und Korund (bekannter Hartstoff aus Aluminiumoxid), wörtlich also „Korund aus Kohlenstoff“.

Um 1880 entwickelte Edward Goodrich Acheson  ein industrielles Herstellungsverfahren im elektrischen Widerstandsofen. Acheson prägte auch den Namen Carborundum.

Henri Bernhard Goetz sagt man heute nach, die Technik der Carborundum – Radierung erfunden zu haben.

Die Carborundum – Radierung stellt eine der kompliziertesten Arbeiten in der Graphik dar.

Hierbei wird Kunstharzgranulat auf die zuvor bearbeitete Radierplatte aufgelegt und modelliert. Zusätzlich werden zur Radierung bestimmte Stellen der Druckplatte mit einer Mischung aus Carborundum, Schleifsand für Lithosteine, Zink- bzw. Titanweiß und Marmormehl bedeckt. Anschließend wir die Platte erhitzt, die aufgetragene Masse  schmilzt und verbindet sich fest mit der Druckplatte. Beim anschließenden Erhitzen der Druckplatte wird das Material auf der Radierplatte fixiert. Für den Druck werden im Allgemeinen Kupferdruckfarben verwandt.

Durch ein weiches Druckmedium, wie handgeschöpftes Büttenpapier, hinterlassen die so beschichteten Platten erhabene Stellen und es entsteht hierdurch ein Präge - Druck mit einem annähernd dreidimensionalen Druckbild. Die Carborundum - Technik ist quasi eine Kombination aus Radierung und Prägedruck und zählt damit  zu den graphischen Tiefdrucktechniken.

Bevor der Künstler die Arbeit signiert und nummeriert wird jedes Blatt in Mühevoller Handarbeit mit einem Pinsel nachgearbeitet.

In den Jahren zwischen 1960 und 1970 begann der französische Graphiker James Coignard mit der Carborundum – Technik zu arbeiten. Er gilt heute als ihr Meister.

Zu den wenigen deutschen Künstlern von heute, die sich  meisterhaft mit dieser Technik befassen, zählt Jan Tormi.

Jan Tormi ist im April 2013 verstorben.

Kontaktadresse:

Georg Nikolaus Raber
Galerie Hinter Lenchens Haus
Hinter Lenchens Haus 15
56170 Bendorf/Rhein
Telefon 02622 / 3154 Telefax 02622 / 4818
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