Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

16.05.2009

Vom Sägewerk zum Wellnesshotel - Das 4-Sterne-Superior Hotel Zugbrücke Grenzau/Westerwald heute.


Manfred Gstettner's Leidenschaft zur "schnellsten Ballsportart der Welt", dem Tischtennis, ist eigentlich die Basis dieser Westerwälder Erfolgsgeschichte eines "Selfmade-Hoteliers". 1952 gründete er im Stadtteil Grenzau einen Verein, der heute als TTC Zugbrücke Grenzau in Deutschland die erste Adresse im Tischtennissport ist. Doch damit nicht genug. 12 Jahre später eröffnete er ein Hotel. Wo einst das Sägewerk seines Großvaters stand, begann Manfred Gstettner im Jahre 1964 mit den Bauarbeiten. Es entstand das "Hotel Grenzau" mit sechs Fremdenzimmern, Gaststätte, Tanzbar "Zugbrücke" und einer Kegelbahn. Heute zählt das als Vier-Sterne-Superior klassifizierte Hotel mit über 138 Zimmern, mehreren Restaurants und Bars, Konferenzräumen sowie einem großen Wellnessbereich zu den besten Tagungshotels in Deutschland und wurde prämiert als "Gastgeber des Jahres 2006" in Rheinland-Pfalz.

"Doch bis zu diesem Erfolg war es nicht immer leicht", so Manfred Gstettner. "Die "Gründerjahre" entpuppten sich als harte Zeit, zumal ich gar keine Erfahrung in der Gastgewerbebranche hatte und zunächst das Hotel noch neben meiner eigentlichen Beschäftigung in einem heimischen Industrieunternehmen betrieb" fährt Gstettner fort.

Auch die ersten Gehversuche in Sachen Tischtennisverein waren wackelig. "Doch wenn ich heute an die vielen Anekdoten der ersten Zeit zurückdenke muss ich einfach schmunzeln" erzählt Manfred Gstettner mit einem gewissen Stolz, über das, was er geschafft hat. "Gerhard Litzmann, Spieler der ersten Mannschaft, die 1952 begann, verwendete doch glatt einen selbstgebastelten Schläger mit Belag aus feinem Schmirgelpapier. Das muss man sich heute mal vorstellen!" berichtet er ganz enthusiastisch. "Tischtennis haben wir anfangs im alten Pferdestall auf dem elterlichen Grundstück, da wo heute das Hotel steht, gespielt" fährt er fort. Hier riss das Hochwasser des Brexbachs auch schon mal die Gebäuderückwand weg. Beim Heimspiel gegen den SV Rückeroth zückte deren Mannschaftsführer Wilfried Lück ein mitgebrachtes Thermometer. "Der Pferdestall hatte natürlich keine Heizung. Es war bitterkalt. Lück stellte Temperaturen um den Gefrierpunkt fest. Die Bedingungen seien unakzeptabel, meinte er. Der SV Rückeroth reiste ab und das Spiel wurde später kampflos für uns als verloren gewertet....", so Gstettner. Irgendwann war ihm dann die Halle einfach zu klein. Etwas Größeres musste es sein, wo sich der Tischtennis-Enthusiast austoben konnte. Dank Mutters Bankkredit und viel Eigenleistung wurde das Projekt dann 1964 in Angriff genommen. Nach kurzer Zeit nahm ihn das Hotel und die Tischtennisanlage so sehr ein, dass er seine Tätigkeit als stellvertretender Einkaufsleiter bei den Steuler-Werken in Höhr-Grenzhausen an den Nagel hängte.

In Sachen Hotel ging die Entwicklung rapide weiter. Zunächst wurde das gegenüber dem Hotel liegende Elternhaus umgebaut und ein Nachbargebäude gekauft, um die Wohnungen in Hotelzimmer umzuwandeln. Leider fehlten, als die ersten Gäste diese Zimmer beziehen wollten, noch die Türen, was den Chef dazu zwang, die Besucher so lange mit Freibier hinzuhalten, bis der Schreiner endlich seine Arbeit beendet hatte. Immer mehr Besucher kamen nach Grenzau. Schon bald reichten die Zimmer nicht mehr aus, so dass die Gäste auf die umliegenden Gasthöfe verteilt wurden. Aber auch "den Fluch der guten Tat", wie es Gstettner heute ausdrückt, bekam er zu spüren. Als Hotelier nahm er Bus- und Reiseunternehmen unter Vertrag. Den Saal, den die Tischtennisspieler nutzten, musste er immer öfters für die Hotelgäste hergeben. Trauriges Fazit: der TTC wich nach Alsbach aus, bildete zwischenzeitlich mit dem VFL Grenzhausen eine Spielergemeinschaft.

1973 wurden im Hotel zwölf für damalige Verhältnisse fortschrittliche "Motels" dazu gebaut, die Bierstube, heute "Manni's Landhaus-Schänke" genannt, wurde mit drei Kegelbahnen fertig gestellt. Und endlich: eine Tischtennishalle gehörte nun zur Zugbrücke. Dies war der Startschuss für die zum damaligen Zeitpunkt einmalige Tischtennisschule und für den Aufstieg des Tischtennisvereins TTC Zugbrücke Grenzau in die höchste Spielklasse im Jahre 1982, die Gstettner gleich mit dem Bau einer noch größeren Tischtennishalle mit Tribünen belohnte. 1989 kürte man Grenzau zum Olympia-Stützpunkt. Noch heute finden hier Wettkämpfe des vielfachen Deutschen Tischtennismeisters und Europapokalsiegers TTC Zugbrücke statt und die Tischtennisschule des Hotels ist die größte in ganz Europa.

Im Hotel wurde 1978 der entscheidenden Schritt getan: mit dem Bau eines modernen Gebäudes mit 39 Zimmern, Restaurant, Rezeption, Schwimmbad und Sauna entstand das neue Herz des Hauses. Fünf Jahre später wurden weitere 45 Zimmer angebaut und 1989 kamen nochmals 40 dazu. Das Kegelzentrum wurde auf acht Bahnen erweitert. Weiter ging es 1993 mit dem Bau des neuen Tagungszentrums und des "Elysée-Restaurants".

1994, nach Ausbildungen im In- und Ausland, übernahm Olaf Gstettner gemeinsam mit seinem Vater die Leitung des Hauses. Seit 2001 ist er alleiniger Inhaber und Geschäftsführer der Zugbrücke. Der Junior hatte das richtige Gespür für den neuen Trend in der Hotellerie: Wellness. So ließ er im Jahre 2002 den über 1500 Quadratmeter großen Wellnessbereich und die neue Hotelbar erbauen. "Natürliche Ausgewogenheit und ganzheitliche Harmonie in allem, was der Gast erlebt - das ist heute unsere Philosophie", so Olaf Gstettner. Die Zugbrücke hat heute alles Gute für Körper, Geist und Seele im hauseigenen Aviva Balancecenter unter einem Dach vereint. Qualität und Erfahrung bei der Auswahl der zahlreichen Programme und Pflegeprodukte, der Fitnessgeräte und Saunaangebote und natürlich auch der Aviva-Therapeuten und Trainer haben hier oberste Priorität. Die Wellness-Programme reichen von klassischen Beautybehandlungen über Thalasso und Ayurveda bis hin zu Shiatsu, Pantai Luar und Nordic Walking. Das Wellness Center ist ausgestattet mit einem gesundheitsorientierten Fitness-Studio mit modernsten Geräten, einem großen Hallenschwimmbad, Sonnenterrasse mit Sole-Whirlpool und einer großen Saunalandschaft. Direkt am Hotel befindet sich der Nordic Fitness Park Westerwald, eine der größten vom Deutschen Nordic Walking Verband lizenzierten Anlagen ihrer Art. Das kulinarische Angebot reicht von bodenständiger "Wäller Küche" über moderne leichte Speisen bis hin zu ayurvedischen Gerichten.

In über 40 Jahren hat sich viel verändert - die Zugbrücke ist immer mit der Zeit gegangen. Nur eines ist geblieben: der persönliche Charme eines professionell geführten Hotels in Familienbesitz.
Weitere Informationen: Hotel ZUGBRÜCKE Grenzau, Brexbachstraße 11-17, 56203 Höhr-Grenzhausen, Tel. 02624-1050, Fax 02624-105462, www.zugbruecke.de, info@zugbruecke.de

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